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Energieeffizienz – eine strategische Ressource

„Wenn man Putin ein klein bisschen schaden will, dann spart man Energie“, verkündete Robert Habeck dieser Tage. Damit wollte der Bundeswirtschaftsminister hoffentlich und sicherlich nicht andeuten, dass der Verbraucher allein die Verantwortung für die weltpolitische Lage trägt. Sondern er benannte, was Wirtschaftsfachleute schon lange betonen: „Energieeffizienz ist eine strategische Ressource“, die bislang noch viel zu wenig ausgespielt wurde.
Im aktuellen Podcast „E&M Energiefunk“ spricht Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deneff (Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz) über sehr konkrete Ansätze und Vorschläge, wie sich Energieeinsparungsmaßnahmen schnell und wirksam umsetzen ließen. Er fordert in dem Zusammenhang ein „historisches Energieeinsparpaket der Bundesregierung“, in dem vor allem Gebäudesanierungsmaßnahmen berücksichtigt werden sollen.
(https://open.spotify.com/episode/6YxVrI0qZBqqcci5qmWwkl?go=1&sp_cid=63d60f3c441cc006ba91d1d761d8ad18&utm_source=embed_player_p&utm_medium=desktop&nd=1)

Ein Appell, den wir gerne unterstützen. Und mit gleichem Nachdruck um unsere vielfach geäußerte Forderung ergänzen, fossile Brennstoffe nicht nur einzusparen, sondern mehr und mehr und immer mehr durch Erneuerbare Energieträger zu ersetzen. Bis wir bei den 100 Prozent sind.

Ja, auch das wird Geld kosten! Viel Geld. Aber es geht um unser aller Sicherheit. Und wie wir jetzt alle wissen – nicht nur hinsichtlich der Energie-Versorgung, sondern auch mit Blick auf den Weltfrieden! Um Wind-, Wasser-, Biomasse- und Sonnenenergie werden keine Kriege geführt!

Bild: https://www.energie-und-management.de

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Wir stellen ein!

Wir sind ein junges Startup in der grünen Energiebranche und suchen für unser hoch innovatives Geschäftsmodell eine

Kaufmann/ -frau für Büromanagement (m/w/d)
im Bereich green energy

Wir bieten Dir…

  • Einen sicheren Arbeitsplatz durch unseren Gesellschafter renergie Allgäu e. V. (seit 1994)
  • Eine vielseitiges und abwechslungsreiches Aufgabenfeld im Bereich Erneuerbare Energien
  • Einbindung in eine starke, erfahrene Projektgruppe
  • Ein „cutting edge“ Betätigungsfeld
  • Angemessene Vergütung
  • Eine lockere, professionelle Team-Atmosphäre
  • Moderne und schlanke Arbeitsmethoden
  • Beste Weiterentwicklungschancen und moderne Arbeits(zeit)modelle

Das solltest Du mitbringen…

  • Begeisterung für Erneuerbare Energien, Dezentralität und Selbstbestimmung
  • Fundierte Kenntnisse im Büromanagement und Verständnis der Prozesse in der Buchhaltung, Idealerweise in Verbindung mit Berufserfahrung in der Energie- oder IT-Branche.
  • Freude am Strukturieren komplexer Prozessabläufe
  • Eine abgeschlossene Ausbildung im kaufmännischen Bereich, idealer Weise in der Energiewirtschaft
  • Erfahrung im Kundenservice und Freude am Kontakt mit Menschen
  • selbständige Arbeitsweise und kundenorientiertes Auftreten am Telefon

Deine wichtigsten Aufgaben sind…

  • Du wickelst nach fundierter Einarbeitung eigenständig die energiewirtschaftliche Marktkommunikation ab und hilfst beim Aufbau neuer, effizienter Prozesse mit
  • Du übernimmst die Buchhaltungsvorbereitung und unterstützt das Controlling
  • Du leistest Kundenservice in kaufmännischen Themen und – je nach Vorkenntnissen – sukzessive auch in Sachen Energie
  • Du repräsentierst Dein Unternehmen in der telefonischen Kundenansprache durch serviceorientiertes Auftreten
  • Du arbeitest in der Büroorganisation und bist Ansprechpartner unserer IT

Wir garantieren Dir eine auffallend spannende und vielseitige Zeit und hohen Freizeitwert im Oberallgäu! Wenn Dir das Lust auf mehr (Infos) gemacht hat, schicke uns deine elektronischen Bewerbungsunterlagen an bewerbung@cells.energy. Wir kontaktieren Dich zeitnah!

Dein Ansprechpartner:
Florian Weh
Geschäftsführer
renergie GmbH
Adenauerring 97
87439 Kempten
mobil: 01590-4391586
bewerbung@cells.energy

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Stellenausschreibung Praktikum

Wir sind ein junges Startup in der grünen Energiebranche und suchen zur Unterstützung in unserem hoch innovativen Geschäftsmodell eine(n) Fachstudierenden im Praxissemester

Praktikant (m/w/d) – Marketing green energy solutions

Wir bieten Dir…

  • Einen sinnstiftenden Praktikumsplatz durch unseren gemeinnützigen Gesellschafter renergie Allgäu e. V. (seit 1994)
  • Eigenständiges Arbeiten mit Unterstützung erfahrener Kollegen
  • ein „cutting edge“ Betätigungsfeld
  • Angemessene Vergütung
  • Eine lockere, professionelle Team-Atmosphäre
  • Moderne und schlanke Arbeitsmethoden
  • Flexible Arbeitszeitmodelle mit Gleitzeit

Das solltest Du mitbringen…

  • Begeisterung (!) für Erneuerbare Energien, Dezentralität und Selbstbestimmung
  • Interesse an der (erneuerbaren) Energiebranche
  • Ein begonnenes Hochschulstudium der Energiewirtschaft oder eines verwandten Studienfachs
  • Affinität für digitales Arbeiten

Deine wichtigsten Aufgaben sind…

  • Du bringst Dich im Kundenmanagement und in der Pflege der Kundendaten ein
  • Du agierst im Team sowohl in der Kundenakquise als auch in der Produzentenakquise
  • Du greifst den Betreibern bei der Vermarktung Ihrer Anlagen unter die Arme
  • Du unterstützt beim Controlling und der Beobachtung des Energiemarktes
  • Du bringst Dich kreativ im Marketing mit ein und kannst eigene Ideen im Projekt umsetzen

Wir garantieren Dir eine auffallend spannende und vielseitige Zeit und hohen Freizeitwert im Oberallgäu! Wenn Dir das Lust auf mehr (Infos) gemacht hat, schicke uns deine elektronischen Bewerbungsunterlagen an bewerbung@cells.energy. Wir kontaktieren Dich zeitnah!

Dein Ansprechpartner:

renergie GmbH
Florian Weh
Geschäftsführer
Adenauerring 97
87439 Kempten
mobil: 01590-4391586
bewerbung@cells.energy

Wir freuen uns auf Dich!

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Dynamisch & Smart

Wer zwischen 2014 und 2020 seinen gesamten Strombedarf zum Spotmarktpreis beschafft hat, konnte gegenüber konservativeren Beschaffungsstrategien bis zu 14 Prozent sparen. Betrachtet man hingegen die einzelnen Lieferjahre, dann zeigt sich, dass die Spotmarktbeschaffung nur in vier von sieben Jahren die günstigere Beschaffungsmethode war. Inklusive 2021 ist das Verhältnis sogar ausgewogen. Dies sind Ergebnisse der Studie „Erfolgsfaktor Energiebeschaffung“ von Kreutzer Consulting und Enerchase, in der fünf Beschaffungsstrategien mit höchst unterschiedlichen Risikoprofilen verglichen und bewertet wurden.

„Die Studie zeigt, dass die Spotmarktbeschaffung langfristig ein gutes Instrument sein kann, um beim Energieeinkauf zu sparen. Wer sich für solche Modelle entscheidet, muss aber auch extreme Preisschwankungen hinnehmen und in der Lage sein, Phasen wie die aktuelle Energiepreiskrise zu überstehen“, so Dennis Warschewitz von EnerChase. „Umgekehrt ist das konservativste Beschaffungsmodell im Untersuchungszeitraum von knapp acht Jahren dreimal die günstigste und viermal die teuerste Strategie. Mit konservativer Beschaffung kann man daher Preisschwankungen und Risiken minimieren, profitiert aber weniger von kurzfristigen Marktentwicklungen“, so Warschewitz weiter.

Laut Klaus Kreutzer von Kreutzer Consulting wird die Preisvolatilität an den Börsen in Zukunft weiter zunehmen: „Für Kunden, die auf planbare Kosten angewiesen sind, können Energieversorger immer noch langfristig stabile Preise bieten, wenn sie sich entsprechend frühzeitig absichern. Kunden, die in der Lage sind, aktiv am Energiehandel teilzunehmen, z.B. durch Eigenerzeugung, Speicher und die intelligente Steuerung des Verbrauchs, können hingegen künftig von extremen Preisschwankungen profitieren. Mit dynamischen Tarifen und smarten Technologien werden diese Möglichkeiten selbst für Haushaltskunden Realität.“

Quelle: https://www.energycharts.de/analysen/aktuelle-beschaffungsstudie-energie

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Geiz ist weder geil noch zukunftsfähig

Bei Äpfeln oder Eiern setzt sich die Erkenntnis mehr und mehr durch: Auf die Qualität kommt es an, weniger auf den Preis. Da zahlt man fürs Bio-Siegel schon mal ein paar Cent mehr. Weil gesünder, leckerer, nachhaltiger.

Beim Strom dagegen gilt nach wie vor die Devise: Hauptsache billig! Regionalität oder Öko-Qualität spielen kaum eine Rolle bei einem Produkt, das ja scheinbar von ganz allein aus der Dose in der Wand kommt. Selbst wenn der Lieferant pleitegeht, gehen die Lichter nicht aus, weil dann ja der Grundversorger einspringt – solange, bis wieder ein Billiganbieter gefunden wurde…

Es ist höchste Zeit, dass wir auch hier endlich ein verantwortungsvolles Konsumbewusstsein entwickeln! Nicht nur mit unserer Entscheidung für Äpfel vom Bauern nebenan und Eier aus ökologischer Freilandhaltung tragen wir zu einer besseren (Um)Welt bei. Auch die Wahl unseres Stromanbieters gestaltet unsere Zukunft mit. Und auch hier geht es nachhaltig und regional! Auf dem Bürgerstrom-Marktplatz von cells energy stellen Hunderte von Erneuerbaren Stromerzeugern sich und ihre Anlagen vor. Hier hat der Strom ein Gesicht, einen Namen, eine Geschichte – und damit auch (s)einen Wert!

Im Dezember lag der Preis mit 42,7 ct/kWh zwar so hoch wie noch nie, weil er sich am Börsenpreis orientiert. Als Kunde einer nachhaltigen Solidargemeinschaft ist man an den Preissteigerungen genauso beteiligt wie an den Niedrigpreis-Momenten. Und so hat sich im vergangenen Jahr ein Durchschnittspreis von 29,2 ct/kWh ergeben. Fair. Transparent. Nachvollziehbar. Und deutlich niedriger als die Preise der Grundversorgung, in die man als ehemaliger Kunde eines plötzlich lieferunfähig gewordenen Billiganbieters fällt.
Geiz ist weder geil noch zukunftsfähig.                    Claudia Lau

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Allgemein Recht und Politik

„Bezahlbarkeit der Elektrizität“

Heute, Mittwoch, 03. November, veranstaltet der Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags eine Anhörung zur „Bezahlbarkeit der Elektrizität“. Die Vertreter der Erneuerbaren Energien (EE) sind dazu allerdings nicht eingeladen…

Bayern ist bei der Versorgung mit Strom aus Erneuerbaren Energien auf einen schlechten Mittelplatz in Deutschland abgerutscht. Hierüber werden die Bürger*innen seitens der Staatsregierung immer wieder getäuscht, indem die Quote an Strom aus EE nicht auf die Versorgung sondern auf die Erzeugung bezogen wird. Da Bayern durch Stilllegung seiner Atom- und einiger Kohlekraftwerke die Stromerzeugung stark verringert hat, steigt dadurch die auf die Erzeugung bezogene EE-Quote. Nicht aber die auf die Versorgung bezogene. Und Bayern wird so immer abhängiger von Stromeinfuhren.

Moderne Solar- und Windkraftanlagen können in Bayern den Strom für 5 und teilweise sogar 4 Cent je Kilowattstunde liefern. Die Stromversorgungssicherheit können wir mit a) dem Mix aller EE (Bioenergie, Geothermie, Solar, Wasser- und Windkraft), b) europaweitem Verbund zum Ausgleich wetterbedingter Fluktuationen, c) Lastmanagement und d) den immer günstiger werdenden Speichern bewerkstelligen. Auch bei Einberechnung der Systemkosten für Verbund und Speicher ist mittlerweile die Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien günstiger als die aus Atom-, Gas- und Kohlekraftwerken. Bei Berücksichtigung von Folgekosten für Atommüll und Klimaschäden sowieso.

Wir müssen die Marktkräfte nutzen, um die Stromversorgung ökologischer und ökonomischer zu machen. Der Staat hat nach jahrelangem Ringen endlich damit angefangen, durch einen besseren CO2-Zertifikatehandel die Klimafolgekosten bei der Stromversorgung einzupreisen. Jetzt brauchen wir eine räumliche Flexibilisierung der Strompreise. Das führt Erzeuger und Verbraucher zusammen und schafft sinnvolle Signale für Investitionen. Zwei Strompreiszonen können ein Anfang sein.

Raimund Kamm, Landesvorsitzender der LEE Bayern

Über den LEE Bayern: Der LEE Bayern wurde 2018 als Teil des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE e.V.) gegründet und ist der Dachverband der Branchenverbände für Holz, Biogas, Geothermie, Erdwärme, Solar, Wasser- und Windkraft. Heute steht er für rund 50 Prozent der Stromerzeugung und Teile der Mobilität und Wärmeversorgung in Deutschland. Er will die 100 % Versorgung aus Erneuerbaren Energien.

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Energieversorgung aus 100 Prozent Erneuerbaren schon 2035?

Das DIW Berlin berechnet zwei Szenarien zur Vollversorgung aus erneuerbaren Energien. Während der Strombedarf stark steigt, sinkt der Gesamtenergieverbrauch.

Der gesamte deutsche Energiebedarf ließe sich innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre ausschließlich mit erneuerbaren Energien decken. Das ist die zentrale Erkenntnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Den Berechnungen zufolge könnte nicht nur die Stromnachfrage, sondern die gesamte Energienachfrage hierzulande mit Erneuerbaren gesichert werden. Auch europaweit würden dann keine fossilen Energieträger oder Kernkraft mehr verwendet, teilte das DIW mit.

Voraussetzung dafür sei, dass das Ausbautempo in Deutschland stark gesteigert wird, sowohl bei der Wind- als auch bei der Solarenergie.

Strombedarf steigt auf 1.000 Terawattstunden

Im Fall einer Vollversorgung mit Erneuerbaren würde die Stromnachfrage in Deutschland aufgrund des Trends zur Elektrifizierung stark steigen und bei über 1.000 statt gut 500 Terawattstunden (im Jahr 2018) liegen. Dafür wäre der gesamte Energieverbrauch mit gut 1.200 Terawattstunden im Vergleich zu knapp 2.600 im Jahr 2018 weniger als halb so hoch.

 „100 Prozent erneuerbare Energien sind technisch möglich und ökonomisch effizient – und vor allem dringend nötig, um die europäischen Klimaschutzziele erreichen zu können“, sagte Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin.

Zwei Szenarien berechnet

In der Studie wurden zwei Szenarien berechnet, die einen erneuerbaren Erzeugungsmix in ganz Europa umfassen und sowohl Strom als auch Wärme und den Transport – die sogenannten Sektorenkopplung – berücksichtigen. Das integrierte Szenario, das den Ausbau der Erzeugungs- und Speicherkapazitäten in Verbindung mit dem nötigen Netzausbau betrachtet und eine Balance zwischen beidem anstrebt, sei dabei dem desintegrierten Szenario überlegen, so die Wissenschaftler: In ersterem wird die Energie näher an den Verbraucher erzeugt, was etwa den Bedarf an Batteriespeichern und Stromleitungen reduziert.

„Durch die Berücksichtigung von Netzausbaukosten würde die regionale Gleichverteilung von Erzeugung und Verbrauch im Vergleich zu heute gestärkt werden“, erklärt Christian von Hirschhausen, DIW-Forschungsdirektor für internationale Infrastrukturpolitik und Industrieökonomie. „Es ist kein Naturgesetz, dass der Windstrom nur aus dem Norden kommen kann und von dort in den Süden transportiert werden muss. Das Potenzial für erneuerbare Energien ist in allen Regionen in Deutschland vorhanden, es wird bisher nur sehr ungleich genutzt.“ Entsprechend müsste beispielsweise die Windkraft an Land am stärksten in Süddeutschland ausgebaut werden.

Energieversorgung aus 100 Prozent Erneuerbaren schon 2035? – ERNEUERBARE ENERGIEN

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Erneuerbare Energien: 100 Prozent bis 2030 machbar

Deutschland könnte schon bis 2030 eine bezahlbare Energieversorgung aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien schaffen. Die Energy Watch Group skizziert diesen Weg in einer Studie. Der Windkraftausbau im Süden spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Die aktuelle Studie der Energy Watch Group (EWG) zeigt, dass Deutschland bereits bis 2030 vollständig, zuverlässig und wirtschaftlich mit Erneuerbarer Energie versorgt werden kann und dabei sogar über ein ökonomisch vorteilhafteres Energiesystem verfügen würde. Damit liegt das erste Energie-Szenario vor, das den Weg zu 100 % Prozent Erneuerbaren sektorenübergreifend, techno-ökonomisch umsetzbar und mit vollständiger Bedarfsdeckung auch in winterlichen Dunkelflauten
stundengenau aufzeigt.

Innerhalb der Studie werden drei Szenarien gegenübergestellt, die sich durch einen verschieden starken Ausbau der Windkraft im Süden unterscheiden. Ein Szenario verzichtet vollständig auf den Windkraft-Ausbau im Süden, ein zweites geht von 24 Gigawatt installierter Leistung aus. Ein drittes Szenario setzt auf eine vollständige Ausschöpfung des Windpotenzials im Süden – 37 Gigawatt. Ein wesentliches Ergebnis ist, dass ein starker Windkraftausbau im Süden Deutschlands das wirtschaftlich sinnvollste Szenario ist.

Mehr Windkraft im Süden – weniger Netzausbau

Ein Grund dafür ist der in diesem Fall geringer ausfallende Netz- und Speicherausbau. Kommt das EWG-Szenario mit viel Windkraftausbau im Süden zum Tragen, wird der Ausbau der Nord-Süd-Transportkapazitäten von heute 8,9 auf 16,5 Gigawatt geschätzt. Das entspricht in etwa den jetzt in Planung und Bau befindlichen Nord-Süd-Übertragungsleitungen. Ohne den Windenergieausbau im Süden müssten die Übertragungsleitungen auf 21,3 Gigawatt ausgebaut werden.

Auch die Speicherkapazitäten würden sich im EWG-Szenario gleichmäßig auf ganz Deutschland verteilen. Je mehr Windenergie im Süden fehlt, desto größer wird der Bedarf an saisonaler Speicherung. Auch in Bezug auf die Endenergiebereitstellung führt der Verzicht auf den Ausbau der Windenergie im Süden zu einem deutlich erhöhten Speicherbedarf.

Ausbauraten um das 20-fache erhöhen

Die heutigen jährlichen Ausbauraten müssen für 100 Prozent Erneuerbare bis 2030 zum Teil um das bis zu 20-fache erhöht werden. Das erscheint immens, ist aber machbar. Hans-Josef Fell, Präsident der EWG, weist auf den Man-to-the-Moon-Charakter der unausweichlich notwendigen Transformation hin: „Solche exponentiellen Wachstumsgeschwindigkeiten ähneln denen, wie sie in bisherigen Technik-Revolutionen der Weltgeschichte oftmals in nur einer Dekade realisiert wurden: Mondlandung, PC, Internet und Mobilfunk.“

Ohne mehr Effizienz in der Energieverwendung ist das Ziel jedoch nicht zu schaffen – weder 2030 noch irgendwann sonst. Vor allem die Energieverwendung im Gebäude und damit die Wärmeversorgung ist ein entscheidender Hebel. Deshalb kommt der Gebäudesanierung im großen Maßstab und hoher Qualität eine besondere Bedeutung zu. Aber auch durch Verkehrsvermeidung sind Effizienzgewinne erreichbar.

Die Energiegestehungskosten von durchschnittlich 76 Euro pro Megawattstunden liegen im günstigsten EWG-Szenario (viel Windkraft im Süden) auf ähnlichem Niveau wie 2018; die jährlichen Gesamtkosten für Energie betragen zwischen 155 Milliarden (EWG-Szenario) und 191 Milliarden Euro (Szenario ohne nennenswerten Windkraftausbau im Süden): Zum Vergleich: im Jahr 2018 lagen sie bei 189 Milliarden Euro.

https://www.energiezukunft.eu/erneuerbare-energien/wind/100-prozent-bis-2030-machbar/

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Schulze: Deutschland wird Vorreiter bei Erneuerbaren Energien im Verkehr

Bundestag beschließt neue Vorgaben für Förderung klimafreundlicher Kraftstoffe – ab 2023 Aus für Palmöl

Bis 2030 wird die Treibhausgas-Minderungsquote für Kraftstoffe von heute sechs auf 25 Prozent ansteigen. So sieht es eine Gesetzesänderung vor, die laut einer BMU-Medienmitteilung am 21.05.2021 vom Bundestag verabschiedet wurde. Demnach müssen Mineralölunternehmen künftig deutlich mehr Erneuerbare Energien einsetzen, um die CO2-Emissionen ihrer Treibstoffe zu senken. Mit dem Beschluss verbannt Deutschland zudem ab 2023 Biokraftstoffe auf Basis von Palmöl aus den Tanks. Neben starken Anreizen für den Einsatz grünen Wasserstoffs und die Förderung von Ladesäulen sollen künftig vor allem fortschrittliche aus Abfall- und Reststoffen gewonnene Biokraftstoffe gefördert werden.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Deutschland wird mit dem Beschluss zum Vorreiter bei den erneuerbaren Energien im Verkehr. Wir gehen mit den neuen Quoten für klimafreundliche Kraftstoffe und erneuerbare Energie im Verkehr weit über die EU-Vorgaben hinaus. Und wir schaffen den Ausstieg aus der Nutzung von Palmöl im Tank in weniger als zwei Jahren. Künftig werden nur noch solche Technologien zusätzlich gefördert, die effizient sind und den Verkehr wirklich nachhaltig machen: Elektromobilität im Straßenverkehr, fortschrittliche Biokraftstoffe aus Abfall- und Reststoffen und grüner Wasserstoff in Raffinerien. Synthetische Kraftstoffe fördern wir gezielt dort, wo nicht-fossile Alternativen fehlen: im Flugverkehr.“

Mit der Gesetzesnovelle setzt die Bundesregierung die EU-Richtlinie für erneuerbare Energien im Verkehr um (RED II). Diese gibt den Mitgliedsstaaten vor, dass der Anteil erneuerbarer Energien bis ins Jahr 2030 auf mindestens 14 Prozent am gesamten Energieverbrauch im Verkehrssektor steigen muss. Deutschland wird mit dem Beschluss des  Bundestags diese EU-Vorgaben deutlich übertreffen und den Anteil von derzeit 10 Prozent auf rund 32 Prozent erhöhen. Dies geschieht über die Treibhausgasminderungs-Quote (THG-Quote) im Bundesimmissionsschutzgesetz. Mit der THG-Quote werden Mineralölunternehmen verpflichtet, die Treibhausgasemissionen ihrer Kraftstoffe zu senken. Dazu können sie etwa grünen Wasserstoff, erneuerbar erzeugten Strom oder Biokraftstoffe einsetzen. Laut der vom Bundestag beschlossenen Gesetzesnovelle steigt die Minderung von zuletzt 6 Prozent im Jahr 2020 bis 2030 schrittweise auf 25 Prozent.

Schulze: Deutschland wird Vorreiter bei Erneuerbaren Energien im Verkehr – SOLARIFY

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Null Emissionen bis 2050: Nur bei fundamentalem Wandel bei Energie und Verkehr

Die Internationalen Energieagentur sieht Chancen für die langfristigen Emissionsziele, doch dafür müsse ein radikaler Wandel im Energiesektor her.

Um das Netto-Nullemissionsziel bis 2050 zu erreichen, ist eine beispiellose Transformation im Energiesektor notwendig. Die bisherigen Klimazusagen der Regierungen reichten nicht aus, heißt es in einem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris. Es gebe einen Weg, das Nullemissionsziel bis zum Jahr 2050 zu erreichen, dieser sei aber schmal. Die Art und Weise, wie Energie weltweit produziert, transportiert und genutzt wird, müsse sich fundamental ändern, heißt es weiter.

Es dürfe etwa ab heute keine Investitionen in neue Projekte zur Versorgung mit fossilen Brennstoffen mehr geben. Es dürften keine weiteren endgültigen Investitionsentscheidungen für neue Kohlekraftwerke getroffen werden. Der Bericht sieht vor, dass die am wenigsten effizienten Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2030 abgeschaltet, und die verbleibenden Kohlekraftwerke, die bis 2040 noch in Betrieb sind, nachgerüstet werden. Es brauche außerdem eine Politik, die den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor bis 2035 beende, schreiben die Fachleute.

Die Politik müsse auf einen massiven Einsatz aller verfügbaren sauberen und effizienten Energietechnologien setzen und gleichzeitig Innovation global beschleunigen. Es handele sich bei dieser Transformation um die vielleicht größte Herausforderung, der sich die Menschheit jemals gestellt habe, meint Fatih Birol, der Direktor der IEA. Die Regierungen müssten ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung sauberer Energietechnologien schnell erhöhen und diese in den Mittelpunkt der Energie- und Klimapolitik stellen. Der Übergang müsse auch fair und inklusiv sein.

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